Warum vegetarisch / vegan?

verschiedene Produkte wie Käse, Schüttelbrot und Obst
Produkte aus der Region
Eine FRau im Dirndl serviert eine Kaspressknödelsuppe.

Fleischproduktion und Klima

Es gibt viele gute Gründe, öfter mal auf Fleisch zu verzichten. Klimaschutz ist einer davon. Ernährung verursacht generell große Mengen an Treibhausgasemissionen. Zu den direkten Emissionen zählen Anbau, Ernte, Transport, Lagerung und teilweise auch noch Weiterverarbeitung.

Nahezu 70% der direkten Treibhausgasemissionen unserer Ernährung lassen sich auf tierische Produkte zurückführen (Fleisch, Fischerzeugnisse, Milchprodukte, Eierwaren), pflanzliche Produkte sind dagegen nur für knapp ein Drittel der direkten Emissionen verantwortlich1.

Zudem ist unser Fleischkonsum in Österreich einer der höchsten innerhalb der Europäischen Union. In Verbindung mit den tierischen Abfällen, die bei der Produktion von Schnitzel, Chicken Wings und Co anfallen, verbraucht jede_r Österreicher_in durchschnittlich 97 kg Fleisch pro Jahr. Weltweit liegen wir damit auf dem 15. Platz2.

Allein 1200 kg CO2-Äquivalente stößt jede Person hierzulande durch ihren Fleischkonsum aus, Milchprodukte schlagen nochmals mit etwa 560 kg CO2-Äquivalenten zu Buche. Zum Vergleich: Für die jährliche Mobilität verbrauchen Österreicher_innen durchschnittlich 2700 kg CO2-Äquivalent. Die Reduzierung von Fleisch- und Milchprodukten macht sich in der persönlichen Klimabilanz daher schnell positiv bemerkbar.


Fleischproduktion verschlingt Ressourcen

Es wird oft vergessen, dass neben den direkten Emissionen (s. oben) auch indirekte Emissionen massiv zum Klimawandel beitragen. Diese stammen aus Landnutzungsänderungen, welche notwendig sind, um den Mehrverbrauch an Nahrungsmitteln erzeugen zu können. So werden z.B. enorme Flächen des Regenwaldes gerodet, um darauf agrarindustriell Soja anzubauen. Nach nur wenigen Jahren ist der Boden ausgelaugt und kann in Folge nur mehr als Weidefläche verwendet werden. Auch die Umwandlung von Grünland in Ackerfläche trägt zu den indirekten Emissionen bei.

Durch Tierhaltung und Fleischproduktion werden also nicht nur viele Treibhausgase freigesetzt, sondern auch enorme Ressourcen verschlungen. Die Produktion von 1 kg Fleisch verbraucht gleich viel Land, wie die Produktion von 200 kg Tomaten oder 160 kg Kartoffeln. Trotzdem werden 78 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche weltweit für die Tierproduktion direkt (Weiden 87%) und indirekt (Futtermittelanbau 13%) genutzt, anstatt direkt Nahrungsmittel für Menschen zu produzieren.

Der ökologische Fußabdruck unternimmt den Versuch, all unsere Konsumgüter in Fläche auszudrücken. Mithilfe dieser Berechnungsmethode wird klar, dass wir in Österreich weit über unsere Verhältnisse leben. Würden alle so leben wie wir, bräuchten wir 3 Planeten3.


Zuviel Fleisch ist ungesund

Übermäßiger Fleischkonsum belastet neben der Umwelt auch die Gesundheit der KonsumentInnen und damit auch unser Gesundheitssystem. Die internationale Krebsforschungsorganisation (WCRF) stuft rotes und verarbeitetes Fleisch als „überzeugende“ oder „wahrscheinliche“ Ursache einiger Krebserkrankungen ein. Weiterhin ist die Wahrscheinlichkeit einer Gewichtszunahme, bei Kostformen mit hohem Anteil an tierischen Fetten, deutlich erhöht. Daher werden von der internationalen Krebsforschungsorganisation und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als 300 – 500 g Fleisch pro Woche empfohlen4.

Ein weiteres gravierendes Problem ist die häufige Verwendung von Antibiotika in der Tierhaltung. Gerade in der Intensivtierhaltung ist die Seuchengefahr relativ groß. Daher werden Medikamente nicht erst im Krankheitsfall verabreicht, sondern bereits vorbeugend an die ganze Gruppe. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO werden inzwischen mehr gesunde Tiere mit Antibiotika behandelt, als kranke Menschen. Problematisch ist, dass bereits geringe Mengen Antibiotika dazu führen können, dass sich resistente Keime bilden, welche mit herkömmlichen Medikamenten nicht mehr bekämpft werden können. Da den Tieren meist dieselben Wirkstoffe verabreicht werden wie uns Menschen, können diese Resistenzen schließlich auch für uns gefährlich werden5.


Fisch und Meeresfrüchte

Entgegen mancher Meinung zählen auch Fisch und Meeresfrüchte zum Fleisch und sind daher keine fleischfreie, vegetarische Alternative! Bitte denke daran, wenn du das Menü / Buffet planst.

Nicht jedes Fischprodukt ist gleichermaßen ökologisch vertretbar. Viele Speisefischbestände sind überfischt oder am Rande der Überfischung, sensible Ökosysteme werden durch zerstörerische Fangmethoden oder Abwässer von Zuchtfarmen geschädigt. (Quelle: Greenpeace, Einkaufsratgeber für Fisch 2016).  Du hast als Konsument_in mit deiner Kaufentscheidung die Möglichkeit einen Beitrag zu einer nachhaltigen Fischereipolitik zu leisten. Wenn es Fisch sein soll, kaufe heimischen Fisch , Bio Fisch oder Produkte mit  dem MSC-Siegel.

Für Interessierte: Die Welternährungsorganisation (Food and Agriculture Organization of the United Nations, FAO) bemüht sich, aus verschiedenen Quellen die Entwicklung der Fischbestände weltweit möglichst realistisch abzuschätzen. Die aktuellen Ergebnisse werden alle zwei Jahre in einem Statusbericht veröffentlicht, dem SOFIA-Report (The State of World Fisheries and Aquaculture).


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